14. Deutschsprachiger Japanologentag

ausgerichtet von der Gesellschaft für Japanforschung e.V. (GJF)
und der Japanologie der Universität Halle-Wittenberg

29. September bis 2. Oktober 2009

an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

 Eröffnung
 Geschichte
 Gesellschaft
 Informationswissenschaft
 Kunst
 Linguistik
 Literatur
 Medien
 Philosophie
 Politik
 Recht
 Religion
 Theater
 Wirtschaft
 Japanische Kindheiten
 Mädchen im Moratorium
 Gewichtung von Publ. im
 japanologischen Wissen-
 schaftsbetrieb
 Der mobilisierte Bürger?
 Doktorandenpanel
 Studentenpanel
 Abschlusspanel
in Zusammenarbeit mit:
Gesellschaft für Japanforschung (GJF)
Japan Foundation
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Sektion THEATER

Thema: Fetisch, Tabu, Kult im japanischen Theater

Leiterin: Prof. Dr. Stanca SCHOLZ-CIONCA
Mittwoch, 30.9.2009  |   Hörsaal XVII

11:00−11:30

Haruo NISHINO (Tōkyō): Keynote lecture: „Zur Macht des Masken im Nō“ (Vortrag in japanischer Sprache)

11:30−12:00

Ulrich APEL (Tōkyō): Gegenstände der Verehrung im Musiktheater des Themensamba in Tōkyō – Asakusa Samba Carnival und G.R.E.S.

12:00−12:30

Barbara GEILHORN (Berlin): Künstlerlegenden. Strategien der Selbstinszenierung von Nō-Spielern




Mittwoch, 30.9.2009  |   Hörsaal XVI

14:00−14:30

Eike GROSSMANN (Frankfurt): Das Spiel mit dem Geheimnis: hiden im Nō

14:30−15:00

Lisa BÖRNER (Berlin): Das Tashū engeki – Am Rande des schönen Scheins

15:00−15:30

Tom GRIGULL (Leipzig): Japanische Theatermasken als Kultobjekte

15:30−16:00

Lisa MUNDT (Frankfurt): Der Mann, der aus dem Kühlschrank kam. Sakate Yōjis Inszenierungen von Konsumfetischisten und anderen Großstadtneurotikern

PAUSE

16:15−16:45

David PUTNAM (Zürich): Die visuelle Präsenz der kultischen Tempelglocke (bonshō) in den Nō-Stücken Dōjōji und Miidera

16:45−17:15

Andreas REGELSBERGER (Trier): Sprachspiele, kotodama und Wortfetischismus bei Chikamatsu

17:15−17:45

Pia SCHMITT (Tōkyō/Trier): „... wenn er mit dieser Last den Garten wohl 1000 mal, wohl 100 mal durchschreite...“ – über das Motiv des Zählens und Zählbarmachens in Werken Zeami Motokiyos



ABSTRACT / Call for Paper:
Fetisch, Tabu, Kultobjekt in Theaterkünsten und Medien

Als Fetisch bezeichnet die Ethnologie magische, kraftgeladene Dinge, an die der Mensch „durch Verehrungs-, Furcht-, oder Wunschmotive gebunden ist“ (Hartmut Böhme). Sie sind nicht nur für die religiösen Praktiken sondern auch für das Sexual- oder aber das Konsumverhalten relevant. Im japanischen Theater – in den klassischen aber nicht weniger in den modernen und postmodernen Gattungen – bestimmen solche Objekte, die als „kleine Batterien der Lebenskraft“ (Rilke) fungieren, die dramatischen und symbolischen Kraftfelder der Bühne und darüber hinaus jene des Mediums Theater als institutionelles Gefüge. Masken, Requisiten und Kostüme, aber auch Räume werden durch Fetisch- bzw. Tabuzeichen markiert. Sie haben sozusagen ein agency, an dem sich Ästhetik und Publikumswirksamkeit anlagern.

Diesem Sog der magischen Objekte entziehen sich auch die neuen Medien nicht. Im Gegenteil: Die Medienlandschaft ist tief geprägt von neuen Gesichtern des Fetischismus, von Idolen und Kultobjekten, die den Kreislauf von Produktion und Rezeption speisen, verstärken, beschleunigen. Vor diesem Hintergrund sollen die Beiträge in unserer Sektion das Erkenntnispotential der o.g. Begriffe für die Theater- bzw. Medienforschung ausloten. Weitere Themen, Schwerpunkte und Fragen sind aber wie bisher auch willkommen. Es wird gebeten, möglichst früh Rücksprache zu halten, Themenvorschläge zu Vorträgen (20 Minuten plus 10 Minuten Diskussion) spätestens aber bis zum 30.01.2009 zusammen mit einer Zusammenfassung von nicht mehr als einer Seite zzgl. eines Lebenslaufes an die Sektionsleiterin zu senden.

Einführende Literatur: KOHL, Karl-Heinz (2003): Die Macht der Dinge. Geschichte und Theorie sakraler Objekte. München: Beck; BÖHME, Hartmut (2006): Fetischismus und Kultur. Eine andere Theorie der Moderne. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.


Kontakt:

Prof. Dr. Stanca Scholz-Cionca
FB II Japanologie
Universität Trier
54286 Trier
Tel.: 0651-201-2162
Fax: 0651-201-3945
E-Mail: scholzst (at) uni-trier.de