14. Deutschsprachiger Japanologentag

ausgerichtet von der Gesellschaft für Japanforschung e.V. (GJF)
und der Japanologie der Universität Halle-Wittenberg

29. September bis 2. Oktober 2009

an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

 Eröffnung
 Geschichte
 Gesellschaft
 Informationswissenschaft
 Kunst
 Linguistik
 Literatur
 Medien
 Philosophie
 Politik
 Recht
 Religion
 Theater
 Wirtschaft
 Japanische Kindheiten
 Mädchen im Moratorium
 Gewichtung von Publ. im
 japanologischen Wissen-
 schaftsbetrieb
 Der mobilisierte Bürger?
 Doktorandenpanel
 Studentenpanel
 Abschlusspanel
in Zusammenarbeit mit:
Gesellschaft für Japanforschung (GJF)
Japan Foundation
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Sektion PHILOSOPHIE

Thema: Begriff und Bild der Philosophie in Japan

Leiter: Prof. Dr. Christian STEINECK
Mittwoch, 30.9.2009  |   Hörsaal XIX

09:00−09:30

Christian STEINECK (Zürich): Bilder und Begriffe japanischer Philosophie: Ein Überblick in systematischer Absicht

09:30−10:00

Paulus KAUFMANN (Zürich): Überzeugungsmittel als Merkmale des Philosophischen – Eine Untersuchung am Beispiel von Kūkais Jōjōshinron

10:00−10:30

Ralf MÜLLER (Berlin): Inoue Enryō und die Philosophie des Zen-Buddhismus

PAUSE

11:00−11:30

Michael BURTSCHER (Tōkyō): Das Subjekt als Souverän: Entstehung und Lexikalisierung des Wortes shutai (主體) in der mittleren bis späten Meiji-Zeit

11:30−12:00

Elena LANGE (Zürich): Nishida Kitarōs „Basho“ − Intention und Explikation

12:00−12:30

Simone MÜLLER (Zürich): Begriffsverständnis und Rezeption der Existenzphilosophie in Japan



ABSTRACT / Call for Paper:
Begriff und Bild der Philosophie in Japan

Die Auseinandersetzung mit Philosophie in Japan sieht sich noch mehr als diejenige mit europäischer Philosophie genötigt, den eigenen Philosophiebegriff zu reflektieren, um ihr Thema einzugrenzen. Dass Begriff und Tradition der europäischen Philosophie bei ihrer Einführung im 19. Jahrhundert als Novum empfunden wurden – was sich in der Bildung des Neologismus tetsugaku niederschlug und die bekannte Äußerung Nakae Chōmins provozierte, in Japan habe es von Alters her keine Philosophie gegeben – hat nicht verhindern können, dass zunehmend auch vormoderne Traditionen des Denkens unter diesen Begriff gefasst wurden. Andererseits ist die Einschätzung, Philosophie im engeren Sinne beginne in Japan mit Nishida Kitarô, ein gern wiederholter Gemeinplatz geworden.

Angesichts der sich ausweitenden wissenschaftlichen Beschäftigung mit japanischer (von Japanern produzierter) Philosophie erscheint es angebracht, ihre Selbst- und Fremdbilder einmal mehr kritisch zu überprüfen. Dabei kann es auch, aber keineswegs nur, um die Frage gehen, inwiefern „Philosophie in Japan“ eigentlich „japanische Philosophie“ ist, oder vielleicht sein muss, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

Beiträge für die Sektion können sich darüber hinaus etwa mit Fragen der Ein- bzw. Ausgrenzung japanischer Philosophie, mit dem Philosophiebegriff und etwaigen Äquivalenzen in der Vormoderne sowie den Konsequenzen der Anwendung (oder Verweigerung der Anwendung) des Philosophiebegriffs auf vormoderne Traditionen, oder auch mit Fragen der Auswahl und Gewichtung bestimmter Strömungen und Traditionen in der japanischen Philosophiegeschichtsschreibung beschäftigen. Es wird gebeten, möglichst früh Rücksprache zu halten, Themenvorschläge zu Vorträgen (20 Minuten plus 10 Minuten Diskussion) spätestens aber bis zum 30.01.2009 zusammen mit einer Zusammenfassung von nicht mehr als einer Seite an den Sektionsleiter zu senden.


Kontakt:

Prof. Dr. Christian Steineck
Universität Zürich
Ostasiatisches Seminar
Zürichbergstrasse 4
8032 Zürich
Schweiz
Tel.: +41-44-634-4085
Fax: +41-44-634-4921
E-Mail: steineck (at) oas.uzh.ch