14. Deutschsprachiger Japanologentag

ausgerichtet von der Gesellschaft für Japanforschung e.V. (GJF)
und der Japanologie der Universität Halle-Wittenberg

29. September bis 2. Oktober 2009

an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

 Eröffnung
 Geschichte
 Gesellschaft
 Informationswissenschaft
 Kunst
 Linguistik
 Literatur
 Medien
 Philosophie
 Politik
 Recht
 Religion
 Theater
 Wirtschaft
 Japanische Kindheiten
 Mädchen im Moratorium
 Gewichtung von Publ. im
 japanologischen Wissen-
 schaftsbetrieb
 Der mobilisierte Bürger?
 Doktorandenpanel
 Studentenpanel
 Abschlusspanel
in Zusammenarbeit mit:
Gesellschaft für Japanforschung (GJF)
Japan Foundation
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Sektion KUNST

Thema: Japanische Kunstgeschichten im globalen Kontext: Neue Beiträge zur Bild- und Objektanalyse

Leiterin: Prof. Dr. Melanie TREDE
Donnerstag, 1.10.2009  |   Hörsaal XVI

09:00−09:05

Melanie TREDE (Heidelberg): Einführung

09:05−09:30

Anton SCHWEIZER (Heidelberg): Das unbeständige Kunstwerk: zum Originalitätsbegriff lackierter japanischer Architektur

09:30−09:55

Wibke VOSS (Berlin): Zwischen Bildautonomie und Repräsentationssystem. Ikonik in Landschafts-Darstellungen im Rinpa-Stil

09:55−10:20

Mio WAKITA (Tōkyō): Photographie als kultureller Topos: Frauen in der Souvenirphotographie im Kontext der Meiji-zeitlichen visuellen Kultur

PAUSE

10:50−11:15

Sabine SCHENK (München): Jugendstil als transkulturelles Phänomen: Rezeption in Japan am Beispiel Takehisa Yumejis

11:15−11:40

Dinah ZANK (Heidelberg): Manga – ein Thema für die Kunstgeschichte? – Anregungen zur Bildanalyse japanischer Comics

11:40−12:05

Lena FRITSCH (Bonn): Der Tod und das tarento-Mädchen. Izima Kaorus fotografische Serie Landscapes with a Corpse

12:05−12:30 Alle Teilnehmerinnen: Abschlussdiskussion



ABSTRACT / Call for Papers:
Japanische Kunstgeschichte im globalen Kontext: Neue Beiträge zur Bild- und Objektanalyse

Jede verbale Äußerung über Kunst und visuelle Kultur ist vor einem methodischen Hintergrund verfasst. Diesen zu einem zentralen Bestandteil der Analyse von Objekten und Bildern zu machen, ist ein Thema dieser Sektion.

Häufig werden Zweifel geäußert, ob es legitim ist, im euro-amerikanischen Diskurs entwickelte Fragestellungen und Analyseverfahren auf nicht-westliche Werke anzuwenden. Insbesondere brisante Begriffe aus den Queer und Gender Studies, wie gaze und glance werden als feministische und auf den Westen beschränkte Kategorien kritisch beurteilt. Wie aber steht es mit traditionelleren Methoden der westlichen Kunstgeschichte, wie etwa der Stilanalyse eines Heinrich Wölfflin oder dem rezeptionshistorischen Ansatz von Wolfgang Kemp: Entsprechen diese besser den ostasiatischen Bildkulturen? Lassen diese sich neben den in Japan oder Ostasien selbst auch entwickelten Methoden wie etwa Stilkritik und Künstler-Viten auf ausgewählte Objekte/Bilder fruchtbar anwenden?

Sollte ein wirklich globaler Wissenschaftsdiskurs angestrebt werden, müssen wir uns nicht nur der unterschiedlichen Forschungskulturen in Japan, Europa und den USA bewusst werden, sondern auch reflektieren, wie sich die eigene Forschung und die aufgeworfenen Probleme zu den Diskursen der westlichen Kunstgeschichten verhalten. Wie also können japanische Objekte und Bilder für ein westliches Publikum zugänglich gemacht werden, das nicht mit den ästhetischen Wertmaßstäben Ostasiens vertraut ist? Wie kann umgekehrt die eigene Arbeit für das japanische Publikum relevant gemacht werden?

Es sind Beiträge willkommen, die anhand konkreter Fallbeispiele solche methodisch übergreifenden Fragestellungen aufwerfen oder aber ein Objekt/Bild selbst in einen globalen (oder transkulturellen) ästhetischen Zusammenhang stellen. Das Zusammenstellen mehrerer Vorträge zu methodisch, thematisch, oder/und chronologisch kohärenten Themenbereichen wird bevorzugt. Es wird gebeten, möglichst früh Rücksprache zu halten, Themenvorschläge zu Vorträgen (20 Minuten plus 10 Minuten Diskussion) spätestens aber bis zum 30.01.2009 zusammen mit einer Zusammenfassung von nicht mehr als einer Seite zzgl. eines Lebenslaufes an die Sektionsleiterin zu senden.


Kontakt:

Prof. Dr. Melanie Trede
Institut für Kunstgeschichte Ostasiens
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Hauptstr. 113
69117 Heidelberg
Tel.: 06221-543969
Fax: 06221-543387
E-Mail: trede (at) sino.uni-heidelberg.de