14. Deutschsprachiger Japanologentag

ausgerichtet von der Gesellschaft für Japanforschung e.V. (GJF)
und der Japanologie der Universität Halle-Wittenberg

29. September bis 2. Oktober 2009

an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

 Eröffnung
 Geschichte
 Gesellschaft
 Informationswissenschaft
 Kunst
 Linguistik
 Literatur
 Medien
 Philosophie
 Politik
 Recht
 Religion
 Theater
 Wirtschaft
 Japanische Kindheiten
 Mädchen im Moratorium
 Gewichtung von Publ. im
 japanologischen Wissen-
 schaftsbetrieb
 Der mobilisierte Bürger?
 Doktorandenpanel
 Studentenpanel
 Abschlusspanel
in Zusammenarbeit mit:
Gesellschaft für Japanforschung (GJF)
Japan Foundation
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Sektion GESCHICHTE

Thema: Japanische Körper – Körper in Japan

Leiter: Prof. Dr. Hans Martin KRÄMER
Mittwoch, 30.9.2009  |   Hörsaal XVIII

14:00−14:30

Andreas NIEHAUS (Gent): Schwimmen in der Taishō- und frühen Shōwa-Periode im Kontext kollektiver und nationaler Identitätsbildung

14:30−15:00

Christian TAGSOLD (Düsseldorf): Der Körper der Teufelinnen des Ostens zwischen Medien, Nation und Fabrik

15:00−15:30

Reinhard ZÖLLNER (Bonn): Die Enthauptung. Zur Orientalisierung einer Hinrichtungsmethode

15:30−16:00

Nadin Heé (Berlin): „Barbarische Gewalt“ zur Vernichtung des „Barbarischen“: Kopfjagd und der Musha-Aufstand in der japanischen Kolonie Taiwan

PAUSE

16:15−16:45

Margaret MEHL (Kopenhagen): Kann man sich bunmei ergeigen? – Kulturaneignung als körperliche Aktivität

16:45−17:15

Veit HAMMER (Halle): Die Kenntnis europäischer Medizin. Ihr Einfluss auf die Körperkunde Japans in der Frühen Neuzeit und deren Verbreitung auf dem Lande

17:15−17:45

Daniel HEDINGER (Berlin): Mori Ōgai als Hygieniker. Oder der Beginn einer staatlichen Biopolitik



ABSTRACT / Call for Paper:
Japanische Körper – Körper in Japan

Unter dem Schlagwort body turn sind Körper in den letzten Jahren verstärkt zum Ausgangspunkt geistes- und gesellschaftswissenschaftlicher Forschung gemacht worden. Auch in der Geschichtswissenschaft kann seit den 1980er Jahren eine vermehrte Thematisierung von Körpern beobachtet werden, was v.a. auf zwei einflussreiche Strömungen zurückzuführen ist: Zum einen haben die von Michel Foucault artikulierten Ansätze den Blick auf Biopolitik gelenkt, zum anderen haben die Gender Studies Sexualität und Reproduktion zu wichtigen Themen auch der historischen Forschung gemacht.

In der Sektion Geschichte sollen diese Perspektiven im Hinblick auf das spezifische Verhältnis von Körper und Gesellschaft in Japan aufgegriffen werden. Hierbei lässt sich auch an bereits bestehende Forschungstränge in Japan anknüpfen, wo es seit den 1990er Jahren v.a. medizinhistorische Fragestellungen geschafft haben, einen prominenten Platz in der Geschichtswissenschaft einzunehmen (man denke etwa an die von Fujino Yutaka Anfang der 1990er Jahre angestoßenen Arbeiten zur Hansen-Krankheit). Neben den klassischerweise im Zentrum stehenden Fragen der Biopolitik sind in letzter Zeit aber auch neue Themenfelder wie etwa das einer Geschichte der (verkörperten) Gefühle aufgekommen.

In der Sektion soll nun allgemein die Frage im Zentrum stehen, wie durchaus der Natur unterworfene Körper (Körper werden geboren, ernährt, gepflegt, sterben etc.) in verschiedenen japanischen Epochen wahrgenommen, gewertet und gelebt wurden – wie Körper also sozial und kulturell in die Geschichte eingebettet sind. Denkbar sind u.a. Vorträge zu folgenden Themengebieten:

  • Staatliche Zugriffe auf den Körper: Biopolitik, Bevölkerungspolitik
  • Medikalisierte Körper: traditionelle Medizin vs. westliche Medizin, Biomedikalisierung
  • Hygiene, Vorstellung von Reinheit und Unreinheit
  • Gesundheit, Gesundheitspolitik, Gesundheitsbewegungen, Ernährung
  • Körperliche (Un)Versehrtheit: Verletzungen, Verwundungen, Kriegsversehrte, Tod
  • Körperliche Züchtigung: Gewalt, Strafen
  • Körperliche Ertüchtigung: Schulsport, Entstehung von Sportarten, Leistungssport etc.
  • tierische Körper vs. menschliche Körper
  • Körper und Emotionen
  • soziale Ungleichheit und Körperlichkeit: Habitus
  • Sexualität und Reproduktion

Es wird gebeten, möglichst früh Rücksprache zu halten, Themenvorschläge zu Vorträgen (20 Minuten plus 10 Minuten Diskussion) spätestens aber bis zum 30.01.2009 zusammen mit einer Zusammenfassung von nicht mehr als einer Seite an den Sektionsleiter zu senden.


Kontakt:

Prof. Dr. Hans Martin Krämer
GB 1/41
Fakultät für Ostasienwissenschaften
Ruhr-Universität Bochum
44780 Bochum
Tel.: 0234-32-26256
Fax: 0234-32-14693
E-mail: hans.martin.kraemer (at) rub.de