14. Deutschsprachiger Japanologentag

ausgerichtet von der Gesellschaft für Japanforschung e.V. (GJF)
und der Japanologie der Universität Halle-Wittenberg

29. September bis 2. Oktober 2009

an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

 Eröffnung
 Geschichte
 Gesellschaft
 Informationswissenschaft
 Kunst
 Linguistik
 Literatur
 Medien
 Philosophie
 Politik
 Recht
 Religion
 Theater
 Wirtschaft
 Japanische Kindheiten
 Mädchen im Moratorium
 Gewichtung von Publ. im
 japanologischen Wissen-
 schaftsbetrieb
 Der mobilisierte Bürger?
 Doktorandenpanel
 Studentenpanel
 Abschlusspanel
in Zusammenarbeit mit:
Gesellschaft für Japanforschung (GJF)
Japan Foundation
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Panel:
JAPANISCHE KINDHEITEN: EINE HISTORISCHE ANNÄHERUNG

Leiter: Prof. Dr. Michael KINSKI
Dienstag, 29.9.2009  |   Hörsaal E

14:30−15:00

Susanne FORMANEK (Wien): Geschichte der Kindheit in der Heian- und Kamakura-Zeit: eine Bestandsaufnahme

15:00−15:30

Michael KINSKI (Frankfurt): Geschichte der Kindheit in der Edo-Zeit: eine Bestandsaufnahme

15:30−16:00

Eike GROSSMANN (Frankfurt): Geschichte der Kindheit in der Meiji-Zeit: eine Bestandsaufnahme

16:00−16:30

Harald SALOMON (Berlin): Geschichte der Kindheit in der frühen Shōwa-Zeit: eine Bestandsaufnahme



ABSTRACT:
Japanische Kindheiten. Eine historische Annäherung

Ein Anliegen der modernen Geisteswissenschaften ist es zu zeigen, daß für selbstverständlich angesehene Wahrnehmungsweisen keineswegs naturgegeben, sondern durch (kultur)geschichtliche, gesellschaftliche und andere Faktoren beeinflußt sind. Diese bilden das Gerüst, innerhalb dessen sich das menschliche Vorstellungsvermögen bewegt. So wie „Frauen“ und „Männer“ als das Ergebnis einer unbewußten Identifizierung mit kulturell bedingten Geschlechternormen und als Produkte geschichtlicher Prozesse verstanden werden können, unterliegen auch die Vorstellungen von „Kind“ und „Kindheit“ historischen Veränderungen. Was für Westeuropa mit der „Entdeckung der Kindheit“ seit der Renaissance auf eine griffige Formel gebracht wurde, läßt sich anhand der japanischen Geschichte auf seine Modellhaftigkeit hin untersuchen. Um aber überhaupt auf die Ebene der Bedeutungszuschreibungen und ihrer Analyse zu gelangen, sind für den Fall Japans zunächst Vorarbeiten zu leisten. Trotz der Vielzahl der zur Verfügung stehenden Quellen und einer recht umfangreichen Forschungsliteratur in japanischer Sprache, hat das Thema „Kindheit“ in der westlichen Japanologie wenig Aufmerksamkeit gefunden. Das Panel „Japanische Kindheiten. Eine historische Annäherung“ will deshalb katalysatorisch wirken und den Grundstein für ein längerfristiges Projekt legen, das in einer monographischen Darstellung der Geschichte der Kindheit in Japan und dem gegenwärtigen Forschungsstand åmünden soll.


Kontakt:

Prof. Dr. Michael Kinski
Goethe-Universität Frankfurt
Kultur- und Ideengeschichte Japans
Senckenberganlage 31
60325 Frankfurt am Main
Tel.: 069/798-23249
E-mail: Kinski (at) em.uni-frankfurt.de